MONATSSPRUCH JANUAR 2020
Gott ist treu.
1.Kor 1,9 (L)

Gedanken zur Jahreslosung 2020

Es gibt Momente in unserem Leben, da ist alles in Aufruhr. Gerade eben war noch alles im Gleichgewicht, plötzlich gerät alles aus den Fugen: eine schlechte ärztliche Diagnose, eine in die Brüche gegangene Beziehung oder der Verlust eines geliebten Menschen. Das können Situationen sein, die unsere Glaubensüberzeugungen in Frage stellen. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ heißt es im Markusevangelium, in der Jahreslosung für das neue Jahr. Es ist ein Vers aus der Mitte einer der Wundergeschichten Jesu.

Ein Vater bringt vollkommend verzweifelt seinen schwerkranken Sohn zu Jesus. In bewegenden Worten beschreibt er ihm das Krankheitsbild seines Sohnes und die Hoffnung auf Heilung, die ihn zuerst zu den Jüngern getrieben hatte. Doch diese konnten ihm nicht helfen. Darüber ist der Vater des Jungen enttäuscht – es kommen Zweifel auf. Wenn schon die Jünger seinem Sohn nicht helfen können, was ist Jesus dann möglich? Kann er helfen oder ist er möglicherweise genauso überfordert? Mit diesen Gedanken tritt der Vater vor Jesus und Jesus spricht zu ihm: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Mit diesem einen Satz rückt Jesus all das zurecht, was im Denken des Vaters durcheinander geraten ist. Er braucht Vertrauen. Nur so kann seinem Sohn geholfen werden. Als dem Vater das klar wird, bricht es aus ihm heraus und er schreit: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Daraufhin geschieht das Unfassbare. Jesus heilt den Jungen, ohne dass der Glaube des Vaters ein anderer geworden wäre. Ohne dass sein Zweifel ausgeräumt worden wäre.

Das ist es, was die Geschichte im Markusevangelium für alle zur Ermutigung werden lässt, die durch ein tiefes Tal des Zweifelns gehen. Diese Geschichte macht Hoffnung für uns Schwache, die wir nicht immer einfach so glauben können. Es wird deutlich: Zweifeln ist nicht schlimm. Zweifeln gehört zum Glauben dazu. Wichtig ist nur, wie wir mit unseren Zweifeln umgehen. Der Vater hat es ideal gelöst. Er ist mit all seinen Zweifeln zu Jesus gegangen. Er hatte den Mut, sich trotz seines Unglaubens den Möglichkeiten Jesu auszusetzen – ihm zu vertrauen.

Wenn Ihnen (nicht nur) im Jahr 2020 etwas widerfährt, dass Ihr Leben in Aufruhr bringt und Sie folglich an Gott, an Ihrem Glauben zweifeln lässt, dann machen Sie es wie der Vater in der Geschichte: Werfen Sie sich mit all ihren Zweifeln in die Arme Jesu und setzen Sie – auch wenn es schwer fallen mag – Vertrauen auf ihn.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und behütetes Jahr 2020, in dem ihr Glaube und ihr Vertrauen auf Gott wachsen mögen.
Ihr Florian Rietzl

Abbildung:
Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen