MONATSSPRUCH JUNI 2020:
Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.
1.Kön 8,39 (L)

Andacht für Juni/Juli

„Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt.“

Markus 9, 23b

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich mir diesen Satz von Jesus im Markusevangelium angucke, frage ich mich: Gilt das auch für mich? Es geht um Vertrauen, Vertrauen im Glauben. Doch kann ich das gerade? In dieser außergewöhnlichen Zeit? Es fällt mir nicht so leicht wie sonst. Zweifel entstehen. Wo ist meine Zuversicht, mein Glaube? Wo ist mein Gott?

Ich merke wie sehr mich die vergangenen Wochen mitgenommen haben. Die Familie ist fern, Veranstaltungen abgesagt, der Job verändert und die herzliche Umarmung von Freunden fehlt. Ich fühle mich ohnmächtig, ich möchte etwas an unser aller Zustand verändern. Doch es fühlt sich so an, als wären mir die Hände gebunden.
Es ist wie in der Warteschleife eines wichtigen Telefonanrufs zu stecken.
Ich kann nicht auflegen, ich muss dieses Telefonat führen, auch wenn ich eigentlich nicht will. Von der anderen Seite der Leitung ertönt nur die Ansage: Die Verbindung wird gehalten.

Abwarten heißt die Devise? Abwarten bis sich alles wieder normalisiert? Warten auf Godot? Das reicht nicht. Ich denke nach: Die Verbindung wird gehalten. Wie kann ich meine Verbindung zu Gott halten?

In den letzten Wochen sind mir Menschen begegnet, die haben nicht abgewartet. Diese Freunde, Nachbarn und Kollegen haben sich gegenseitig unterstützt, sind im Alltag und auf der Arbeit kreativ mit der Situation umgegangen und konnten mit ihrem Handeln Freude verbreiten. Von der Nachbarschaftshilfe bis zur Aufnahme von Onlinegottesdiensten war alles dabei. Sie haben die Verbindung zueinander gehalten und anderen Menschen dabei geholfen, dies tun zu können. Sie waren zuversichtlich und ließen sich nicht abschrecken. Ich finde für sie gilt der Satz: „Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt.“

Sie haben es mir vorgemacht und mich aufgemuntert und für mich die Verbindung gehalten. So wurde mir eine Erkenntnis wieder bewusst, die hinter dem Satz steht: Die Verbindung wird gehalten. Auch wenn es im Leben schwere Zeiten gibt, wir Gott nicht immer auf Anhieb erkennen,
können wir darauf vertrauen, dass Gott mit uns ist und eine Verbindung zu uns hält.
Mit dieser Zuversicht möchte ich die nächsten Monate bestreiten. Ich wünsche sie Ihnen gleichermaßen für Ihren Sommer.

Euer / Ihr Enzo Mauer

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