MONATSSPRUCH JANUAR 2020
Gott ist treu.
1.Kor 1,9 (L)

Andacht für Dezember/Januar

Leitvers für die Andacht
Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.
(Joh. 3, 36)

Ein geheimnisvoller Glanz, so warm und still!

Liebe Leserin, lieber Leser,
daß richtige Leben zu finden, das ist der große Wunsch jedes Menschen. Gerade im Weihnachtsmonat Dezember wird dieser Wunsch bei vielen Menschen besonders stark sein. Jeder hat eine tiefe Sehnsucht in sich, Glück, Freude und Sinn im Leben zu finden. Die einen meinen ihr Glück im Geld zu finden, die anderen erhoffen sich von bestimmten Formen der Meditation Frieden für Ihre Seele. So scheint es auf den ersten Blick viele Wege zu einem gelungenen Leben zu geben. Doch es gibt nach biblischer Überlieferung und dem Glauben unserer Kirche nur einen einzigen Weg, der zum Leben führt. Richtiges Leben findet nur der, der an den Sohn Gottes glaubt. Warum aber tun wir uns dann oft so schwer mit dem Glauben? Warum schielen wir insgeheim doch nach anderen Angeboten, suchen nach anderen Helferinnen und Helfern? Oft kommt uns die Bindung an Gott vor wie eine lästige Fessel. Der Glaube erscheint uns unbequem, einengend und wohl auch zeitraubend. Gott läßt uns auch gehen, wenn wir es wollen. Er läßt uns die freie Entscheidung für oder gegen ihn. Damit ist jeder für seinen Weg selbst verantwortlich. Das Leben aber wird nur der finden, der allein auf Jesus Christus hört. Kein anderer als er kann uns dieses Geschenk machen: ein Leben von ewigem Bestand. Keine Krankheit und kein Tod wird es jemals zerstören.
Die alte Kirche sah in der prophetischen Verheißung des Alten Testaments von der „Sonne der Gerechtigkeit“ in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, erfüllt. Als „sol iustitiae“ hat er den römischen  Sonnengott „sol invictus“, dessen Geburtstag am 25. Dezember gefeiert wurde, abgelöst. Der evangelische Barockpoet, Paul Gerhardt, hat sich von dem Christustitel „Sonne der Gerechtigkeit “ einmal inspirieren lassen, als er im Jahre 1653 zum Weihnachtsfest in seinem berühmten Lied „Ich steh an Deiner Krippe hier“ als dritte Strophe dichtete:
Ich lag in tiefster Todesnacht,
Du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht,
wie schön sind Deine Strahlen!
Bis heute gehört dieses Lied zum Ökumenischen Liedgut vieler christlicher Kirchen. Es ist ein warmer und stiller Glanz, der von ihm ausgeht; ein Glanz, der das Weihnachtsgeheimnis auch in unserer Zeit zum Erstrahlen bringen kann, wenn wir es uns nicht nur lesend aneignen, sondern auch und vor allem beim gemeinsamen Singen. Dazu lade ich Sie alle in unsere Gottesdienste zum Christfest sehr herzlich ein.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, sowie einen schönen und unfallfreien Jahreswechsel.
Pfarrer Helmut Schmelzer

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