Tageslosung

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!

Psalm 28,9

Andacht November

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
Ezechiel 37,27

Liebe Leserin, lieber Leser,
wer schon einmal eine Wohnung gesucht hat, weiß, wie mühsam das sein kann – besonders in grauen Novembertagen für Familien mit Kindern oder für Studenten oder Ausländer. Wenn es dann zum Einzug kommt, wird gern ein Fest gefeiert. Und so ist es dann wie Weihnachten.
Die Bibel erzählt, daß auch Gott Wohnung sucht, unter uns. Weihnachten begann es bekanntlich sehr mühsam, mehr als ein Stall war nicht vorhanden. Aber, Gott gibt seitdem nicht auf. Er will unter uns wohnen, hier in Mariendorf und anderswo, nicht nur zu Besuch kommen und dann wieder abreisen.
Das hat Folgen.
Wenn Gott bei uns wohnt, sind wir seine Familie, sein Volk. Wir werden nicht mehr einsam sein. Es wird immer einer da sein, mit dem wir reden und auf den wir zählen können. Eine Wohngemeinschaft mit Gott bringt Nähe und Verläßlichkeit. Das ist seine Zusage. Davon spricht verheißungsvoll das biblische Leitwort für den Monat November aus dem Buch des Propheten Ezechiel.
Wenn Gott bei uns wohnt, ist das aber auch eine Herausforderung. Da kann es sein, bildlich gesprochen, daß er durch die Zimmer gehen wird, Möbel verrückt werden, daß er Gäste einlädt und unseren Alltag mitgestaltet. Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, Glaube wäre Privatsache. Hier geht es umgekehrt: Das Private wird zur Glaubenssache, von Gott her geprägt und mitbestimmt. Ja, wenn Gott bei uns wohnt, werden wir Einzelgänger zu seinem Volk. Dann entsteht eine ganz andere Hausordnung unter der Überschrift: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Ihr Pfr. Helmut Schmelzer


Gott wohnt in einem Lichte, /
dem keiner nahen kann.
Von seinem Angesichte / trennt uns der Sünde Bann.
Unsterblich und gewaltig / ist unser Gott allein,
will König tausendfaltig, / Herr aller Herren sein.

Und doch bleibt er nicht ferne, / ist jedem von uns nah.
Ob er gleich Mond und Sterne / und Sonnen werden sah,
mag er dich doch nicht missen / in der Geschöpfe Schar,
will stündlich von dir wissen / und zählt dir Tag und Jahr.

Auch deines Hauptes Haare / sind wohl von ihm gezählt.
Er bleibt der Wunderbare, / dem kein Geringstes fehlt.
Den keine Meere fassen/ und keiner Berge Grat,
hat selbst sein Reich verlassen, / ist dir als Mensch genaht.

Kochen Klepper (EG 379,1-3)

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Foto: © wikipedia

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