JAHRESLOSUNG 2018
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offb 21,6

Andacht Dezember / Januar

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas 1,78-79


Liebe Leserin, lieber Leser,
über Zacharias kann man sich eigentlich nur wundern. Was ist denn schon geschehen? Zacharias ist Vater geworden. Aber was redet er da vom Licht aus der Höhe? Von Gerechtigkeit, Friede und Heil? Sieht er nicht die Wirklichkeit? 

Dass die Nachbarn den Kopf schütteln, lässt sich leicht nachvollziehen.Wie können sie erahnen, daß er mehr sieht als andere Menschen? Er sieht weniger mit seinen Augen als mit seinem Herzen. Er schaut in die Zukunft und sieht in dem kleinen neugeborenen Kind die Erfüllung der alten Verheißungen. Gott wird uns besuchen – das Licht aus der Höhe! Einige Monate darauf wird Jesus geboren. Und etwa dreißig Jahre später kommt Jesus zu Johannes. Wie so viele Menschen, denen Jesus begegnet, erlebt Johannes: Das Leben wird heller, wärmer und klarer. Menschen werden geheilt, freigesprochen von ihrer Schuld. Arme gehören dazu und keiner ist bei Jesus ausgeschlossen.

Vielleicht hat Zacharias dies alles schon vorausgesehen. Wir dagegen schauen zurück auf die Geburt Jesu, auf die erste heilige Nacht. Und auch wir können kritisch fragen: Was ist denn schon geschehen? Ein Kind wurde geboren, damals in Bethlehem. Aber Krieg und Gewalt, Ungerechtigkeit und Leid herrschen nach wie vor. Immer noch sitzen Menschen in der Finsternis, im Schatten des Todes. Wir hören die Botschaft der Engel auf den Feldern und können es nur mit dem Herzen glauben und niemals beweisen: Etwas ist aber grundsätzlich anders geworden. Gott selbst hat in Jesus Christus die Welt besucht. Mitten in der Nacht ist ein Stern aufgegangen, der nicht mehr untergeht. Das Licht aus der Höhe – es ist Jesus Christus. Er ist das Licht der Welt. In ihm ist das Reich Gottes näher gekommen als je zuvor. So tief die Finsternis auch ist, das Licht aus der Höhe scheint in unsere Wirklichkeit hinein und macht unser Leben heller, wärmer und klarer. In dieser Überzeugung konnte Jochen Klepper im Jahre 1938 dichten:

„Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“

Ihr Pfarrer Helmut Schmelzer 

 

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