MONATSSPRUCH NOVEMBER 2019
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Hiob 19,25 (L)

Andacht für Oktober/November

Leitvers für die Andacht
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
(Offenbarung 21,5b)

Vom Werden und Vergehen

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie diese Zeilen lesen werden, hat der Herbst schon Einzug gehalten und das Erntedankfest gehört der Vergangenheit an. Der geschmückte Altar am Erntedanktag hat auch in diesem Jahr unsere Herzen mit den Gaben aus Garten und Feld erfreut und wieder ist uns dabei bewusst geworden, dass alles was lebt auf Gott wartet, dass er ihnen Speise gibt zur rechten Zeit, dass er für uns sorgt und uns mit seinen Gaben reich beschenkt. Immer wieder spüren wir, dass wir durch sein erhaltendes Schöpfungshandeln Vertrauen haben dürfen in das Leben und in diese Welt. Die Dankbarkeit und Freude darüber lassen in das Lob Gottes einstimmen und helfen uns, mit der Schöpfung behutsam umzugehen.

Ja, auch in Zukunft dürfen wir leben mit der Verheißung: Siehe, ich mache alles neu! Gottes Versprechen ist ein grundlegendes Lebenswort. Überall kann man beobachten wie es Wirklichkeit wird. Angefangen von unseren Körperzellen, die sich ständig erneuern, bis hin zu den Planeten im Weltall. Meistens vollzieht sich dieses Neuwerden wenig spektakulär. Gott kommt ohne Pauken und Trompeten aus. Und das Neuwerden braucht seine Zeit. Manchmal hätten wir im November schon gern den Frühling. An einem schönen Abend mit Freunden dagegen möchten wir die Uhr am liebsten anhalten. Das schöpferische Neuwerden hält nie den Atem an. Alles ist Werden und Vergehen. Auch wir können uns verändern, können neue Einsichten gewinnen und andere Möglichkeiten ausprobieren. Wir können uns von dem trennen was nicht mehr taugt. Manche Reifungsprozesse müssen wir im Schneckentempo erleben und gelegentlich geht uns das Abschiednehmen von Vertrautem und Liebgewordenen zu schnell. Gott hat wohl seinen eigenen Zeitplan, wenn er verspricht: Ich mache alles neu!
Ja, es ist faszinierend und bleibt ein Wunder.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.
Pfarrer Helmut Schmelzer

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