MONATSSPRUCH JULI 2018
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! Hos 10,12 (L)

Andacht Juli/August

IN LIEBE ANEINANDER DENKEN

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht
über dich und gebe dir Frieden. 4. Mose 6, 24-26 (L)

Liebe Leserin, lieber Leser,
„wie wird das Wetter heute, gibt’s Sonne oder Regen?“ Besonders in der Urlaubszeit wird diese Frage oft gestellt. Wie die Antwort auch aus-fallen mag, eines ist gewiß: Die Sonne scheint auf unseren Planeten. Auch wenn sie hinter Wolken verbor-gen ist, strahlt sie ihre Energie zu uns herab und macht das Leben damit möglich. Ganz ähnlich ist es mit Gottes Segen. Unabhängig davon, ob wir ihn gerade so richtig spüren oder ob wir uns in diesem Augenblick furchtbar elend und verlassen vorkommen, ist Gott für uns da. Er sieht uns. Er kennt unsere Sorgen und Freuden. Er führt und beschützt uns an guten wie in schweren Tagen. Wie die Sonne Licht und Wärme gibt, so schenkt uns Gott tagtäglich alles, was wir zum Leben brauchen.
Es gibt Tage, da fühlen wir das ganz deutlich. Die Freude über die Güte Gottes strahlt förmlich aus unseren Augen. In unseren Gesichtern spiegelt sich ein Stück Herrlichkeit des Herrn, und viele können es sehen. So sollte es immer sein! Doch auch dann, wenn sich einmal Wolken aus Ängsten und Leid, durch Krankheit oder Einsamkeit zwischen uns und Gott schieben, dürfen wir getrost darauf vertrauen, dass uns nichts aus Gottes Hand zu reißen vermag. Wie die Sonne, so steht seine Gnade über uns, jeden Tag.
Mit den Worten des biblischen Leitwortes für die vor uns liegenden Sommermonate, es ist der Aaronitische Segen, wird seit alters her das Volk Gottes gesegnet. Mit diesen oder ähnlichen Worten schließt seit der Reformation auch heute der evangelische Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen. Als Gesegnete gehen wir in unseren Alltag zurück. Aber darüber hinaus, da wo wir einen neuen Schritt im Leben wagen, bitten wir Gott um seinen 
Segen, dass er uns begleite und uns stärke. Bei der Taufe wird das Kind und auch ein Erwachsener mit dem Kreuzeszeichen gesegnet.

Gott ruft den Täufling bei seinem Namen und sagt zu bei ihm zu sein. Eltern und ganze Familien empfangen den Segen für ihren gemeinsamen Weg. Bei der Konfirmation werden die Jugendlichen gesegnet. Der Segen Gottes soll sie stärken, das Leben zu wagen in einer Zeit ihrer Lebensgeschichte, in der vieles im Umbruch ist.

In einem Traugottesdienst steht die Segnung des Paares im Mittelpunkt. Sie wollen einen gemeinsamen Weg gehen, deshalb ist es gut, Gott um Hilfe zu bitten. Wenn ein Mensch stirbt, kann er durch einen Segen auf seinem letzten Weg gestärkt werden.
In der Aussegnung nehmen die Angehörigen Abschied vom Verstorbenen im Vertrauen auf Gott, der Lebende und Tote in seiner Hand hält.  An den Gräbern bitten wir Gott um gütiges Geleit für die Toten in der Hoffnung, dass Gott sie zum ewigen Leben erwecken wird. Wo Menschen in der Kirche eine neue Aufgabe bekommen, kann das in einem eigenen Einführungsgottesdienst geschehen; für diese Aufgabe werden sie unter Handauflegung besonders gesegnet. 
In Segnungsgottesdiensten können Menschen in ihrer Lebenssituation Gottes Beistand und Begleitung persönlich zugesagt bekommen. Das Gleiche gilt auch für den Beginn neuer Lebensabschnitte, wie zum Beispiel den Eintritt in die Schule oder der Beginn an einem neuen Arbeitsplatz.

Auch unsere Kita-Kinder bitten nach jeder Kinderkirche gemeinsam mit uns Erwachsenen Gott um seinen Segen, mit Worten und mit klaren Gesten:  „Gott, lass‘ mich wachsen und ziehe mich hin zu dir. Schütze meine Gedanken. Nimm die Sorgen von meinen Schultern. Lass‘ mich mein Herz spüren. Gib mir Kraft für diesen Tag und segne uns. Amen“

Ihnen allen wünsche ich einen erholsamen Sommer und eine gesegnete Zeit.
Pfr. Helmut Schmelzer 

Schreibe einen Kommentar