Tageslosung

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen und ihm einträchtig dienen.

Zefanja 3,9

Andacht September

 

Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Prediger 3,13 (L)


Liebe Leserin, lieber Leser,
alles hat seine Zeit, das ist die Überschrift des Kapitels, aus dem das biblische Leitwort für diesen Monat entnommen ist. Der Prediger erfasst in großer Weisheit und Lebenserfahrung, dass der Mensch mit seinem Erleben hinein genommen ist in einen ihm von Gott gewährten Lebensraum. Gott allein kennt den für uns undurchschaubaren Zusammenhang des Lebens und der Welt, den Sinn aller Dinge. Mit all unserem Wissen, Studieren und Forschen können wir Gottes Wirken nicht ergründen. Letztlich bleibt auch die Zeit für uns unverfügbar. Wir können jedoch ins Staunen kommen über alles, was er geschaffen hat, was er uns schenkt und wir können den jeweiligen Augenblick wahrnehmen, auskosten und gerade dabei die schönen Seiten des Lebens entdecken und auch ausleben.

Nach der Urlaubs- und Ferienzeit steht der Monat September für den Beginn der Herbstzeit. Das Lernen in der Schule wie auch die Herausforderungen am Arbeitsplatz verbrauchen unsere Kräfte. Zunehmend beginnt die sommerliche Erholung zu verblassen. Der Alltag hat uns wieder. Viele Vorhaben und Veränderungen nehmen uns in Anspruch, zu Hause, im Beruf und auch in unserer Kirchengemeinde. Damit beginnt für viele von uns eine Zeit des Stresses mit dem Gefühl des Überfordertseins. Andere hingegen plagen sich mit Untätigsein und Arbeitslosigkeit herum, mit Krankheit, dem Älterwerden und dem Einsamsein. Sicher können wir alle unsere persönliche Mühsal zum Teil benennen, die uns in der Gegenwart belastet und die Freude auf Kommendes schmälert oder sogar verhindert.

Ja, zu unserem Dasein gehören auch in Zukunft Plagen und Mühen. Davon ist der Prediger überzeugt. Zuweilen haben wir davon viel zu erzählen, auch zu viel, so dass es den Mitmenschen auf die Nerven geht und das Gespräch und auch die Beziehung gefährdet sind.

Das Bibelwort aber möchte in uns die Freude am Leben wecken. Es will uns munter machen für das Leben. Der Prediger malt uns ein Leben in der Balance vor Augen und lockt uns heraus aus dem Stress, heraus aus Selbstmitleid und Lustlosigkeit.

Wir alle sind eingeladen, jeder in seiner und jede in ihrer Situation, sich selbst und den anderen wahrzunehmen und verstehen zu lernen als eine Gabe Gottes. Bestimmt können dazu gemeinsame Mahlzeiten mit Essen und Trinken, aber auch die Feier des Heiligen Abendmahles, in besonderer Weise dazu wesentlich beitragen.

Ihr H. Schmelzer
Pfarrer

 

„Ein Mahl feiern

Wir wollen heut ein Mahl feiern
miteinander
und jeder
soll an Jesu Tod und
Auferstehung denken

Wir wollen dann sein Brot teilen
miteinander
und jeder
soll ein Stück empfangen
und davon essen

Wir wollen selber Brot werden
füreinander
und jeder
soll sich eine Scheibe
abschneiden können“

(Lothar Zenetti, geb. 1926, aus: „Auf Seiner Spur“ 2011)

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